Vibe Working: Was steckt dahinter und wie fängst du an?

TL;DR — Kurzantwort

Was "Vibe Working" bedeutet, wie es sich von Vibe Coding unterscheidet, welche Tools du brauchst, was mit Datenschutz ist — und wie du heute schon damit anfangen kannst.

10. März 20265 Min. LesezeitDie AInauten

"Vibe Working" ist ein Begriff, der 2025/2026 immer häufiger in KI-Kreisen auftaucht. Die Idee dahinter: Anstatt selbst Aufgaben zu erledigen, gibst du einer KI oder einem KI-Agenten klare Ziele — und lässt sie die Arbeit erledigen, während du dich auf das Wesentliche konzentrierst.

Der Begriff ist bewusst lässig gewählt: "Vibe" deutet darauf hin, dass du die Richtung bestimmst, den Ton angibst, die Qualität überprüfst — aber den eigentlichen Prozess der Maschine überlässt.

Es ist die Weiterentwicklung von Vibe Coding (Apps ohne Code bauen) auf den gesamten Arbeitsalltag.


Vibe Coding Vibe Working
Ziel Software und Apps bauen Beliebige Aufgaben automatisieren
Tools Cursor, Bolt.new, Lovable KI-Agenten, lokale Assistenten
Output Code, Anwendungen Texte, Analysen, Prozesse, Dateien
Komplexität Einstieg einfach Erfordert mehr Setup

Vibe Coding lernst du im Artikel Vibe Coding: Deine erste App ohne Programmierkenntnisse bauen.


Stell dir vor, du willst einen Monatsreport erstellen. Früher hast du Zahlen manuell zusammengesucht, in Excel eingefügt, Grafiken gemacht, Text geschrieben.

Mit Vibe Working sagst du einem KI-Agenten: "Erstelle mir einen Monatsreport aus diesen Quellen, nach diesem Format, mit diesen Kernaussagen." Der Agent erledigt die Schritte — du überprüfst das Ergebnis.

Konkrete Beispiele aus der Praxis:

  • Sales-Tools bauen: Ein Unternehmen lässt einen KI-Assistenten einen Provisions-Tracker entwickeln — in wenigen Stunden, vollständig auf die eigenen Prozesse zugeschnitten.
  • Recherche und Zusammenfassungen: Statt selbst Artikel zu lesen, lässt du KI die wichtigsten Punkte extrahieren und zusammenfassen.
  • Kundenkommunikation: E-Mail-Drafts, die nur noch kurz gegengelesen und abgeschickt werden.
  • Dateiorganisation und Prozesse: Dokumente sortieren, umbenennen, konvertieren — alles per Anweisung.

Du hast mehrere Optionen, je nach Komplexität:

Einstieg: KI-Chat mit klarem Auftrag

Das einfachste Vibe Working beginnt mit einem guten Prompt in Claude oder ChatGPT. Du gibst eine klare Aufgabe, beschreibst das gewünschte Ergebnis, und lässt die KI arbeiten.

Beispiel: "Analysiere diese Tabelle und erstelle einen Bericht mit den Top-3-Erkenntnissen, Handlungsempfehlungen und einem Executive Summary."

Nächste Stufe: KI-Agenten

Agenten können mehrere Schritte hintereinander ausführen, auf das Internet zugreifen, Dateien lesen und schreiben. Tools wie Claude (mit Computer-Use-Funktion) oder lokale Lösungen wie Ollama ermöglichen das.

Mehr zu lokalen KI-Lösungen: Ollama: KI lokal auf deinem Rechner nutzen.

Für Fortgeschrittene: Automation-Workflows

Mit Tools wie Make oder n8n kannst du KI in bestehende Workflows einbetten — z. B. automatische Verarbeitung von eingehenden E-Mails, Berichte, die sich selbst erstellen, oder Daten, die automatisch synchronisiert werden.


Das ist eine berechtigte Frage — besonders wenn du mit Kundendaten oder sensiblen Geschäftsinformationen arbeitest.

Was du wissen musst:

  • Cloud-KI (ChatGPT, Claude): Daten werden an externe Server gesendet. Bei Unternehmensplänen (Team/Business) gibt es in der Regel stärkere Datenschutzvorkehrungen und du kannst das Training auf deinen Daten deaktivieren. Mehr dazu: Datenschutz bei KI im Unternehmen: ChatGPT & Claude sicher nutzen.
  • Lokale KI-Modelle: Tools wie Ollama lassen KI-Modelle direkt auf deinem Rechner laufen — keine Daten verlassen dein Gerät. Ideal für sensible Informationen.
  • Enterprise-Lösungen: Anthropic und OpenAI bieten Enterprise-Verträge mit Datenschutzgarantien und DSGVO-Konformität an.

Faustregel: Teste Vibe Working zunächst mit unkritischen Aufgaben und öffentlichen Informationen. Wenn du merkst, welchen Mehrwert es bringt, entscheidest du bewusster, welche Daten du in welchem System verarbeitest.


Ja — aber mit klaren Erwartungen:

Heute schon gut möglich:

  • Texte, Analysen, Zusammenfassungen
  • Einfache Recherchen und Reports
  • Content-Erstellung und Überarbeitung
  • Einfache Tools und Spreadsheets bauen lassen

Noch im Aufbau:

  • Komplexe Multi-Schritt-Prozesse mit vielen externen Tools
  • Hochsensible Unternehmensprozesse ohne menschliche Kontrolle
  • Vollautomatische Workflows ohne Qualitätskontrolle

Der Schlüssel: Starte mit kleinen, überschaubaren Aufgaben. Baue Vertrauen in den Prozess auf — und in deine eigene Fähigkeit, die KI-Outputs zu beurteilen.


  1. Wähle eine Routineaufgabe, die dich regelmäßig Zeit kostet
  2. Beschreibe das gewünschte Ergebnis möglichst konkret (Format, Länge, Inhalt)
  3. Lass die KI einen ersten Entwurf erstellen
  4. Überarbeite und veredle — das ist schneller als von null anfangen
  5. Wiederhole und verfeinere deinen Prozess

Vibe Working ist kein magischer Schalter, der über Nacht alles erledigt. Es ist eine neue Art, mit Werkzeugen zu arbeiten — und wie bei jedem Werkzeug wird man mit Übung besser.


Ähnliche Artikel

Hinterlasse einen Kommentar