KI-Erinnerungen exportieren & zwischen Tools mitnehmen

TL;DR — Kurzantwort

So exportierst du deine Memories aus ChatGPT und importierst sie in Claude, Gemini oder andere KI-Tools. Mit fertigem Export-Prompt und Schritt-für-Schritt Anleitung.

04. März 20265 Min. LesezeitDie AInauten

Wer lange mit einem KI-Tool arbeitet, baut unbewusst einen wertvollen Schatz auf: Erinnerungen. ChatGPT merkt sich nach Monaten, wie du schreibst, was du machst, was du magst. Deine Projekte, Präferenzen, Arbeitsweisen — alles gespeichert.

Das Problem: Wenn du ein anderes Tool nutzen willst, geht dieser ganze Kontext verloren. Du fängst bei Null an.

Die Lösung heißt Files over Tools — dein Wissen, dein Kontext, deine Daten gehören dir. Nicht OpenAI. Nicht Anthropic. Nicht Google. Wenn du sie als lokale Dateien sicherst, kannst du sie jederzeit in jedes KI-Tool laden.


Kopiere diesen Prompt in ChatGPT und lass ihn laufen:

Exportiere alle gespeicherten Erinnerungen und jeden Kontext, den du aus vergangenen Gesprächen über mich gelernt hast. Bewahre meine Worte wörtlich, wo immer möglich, besonders bei Anweisungen und Präferenzen.

Kategorien (in dieser Reihenfolge ausgeben):

Anweisungen: Regeln, die ich dir explizit für zukünftige Gespräche gegeben habe – Ton, Format, Stil, "mach immer X", "mach nie Y", und Korrekturen deines Verhaltens. Nur Regeln aus gespeicherten Erinnerungen, nicht aus einzelnen Gesprächen.
Identität: Name, Alter, Wohnort, Ausbildung, Familie, Beziehungen, Sprachen und persönliche Interessen.
Karriere: Aktuelle und frühere Rollen, Unternehmen und allgemeine Kompetenzbereiche.
Projekte: Projekte, die ich aktiv aufgebaut oder verfolgt habe. Idealerweise EIN Eintrag pro Projekt. Beschreibe, was es tut, den aktuellen Status und wichtige Entscheidungen. Projektname oder kurze Beschreibung als erste Worte des Eintrags.
Präferenzen: Meinungen, Geschmack und Arbeitsstil-Präferenzen, die allgemein gelten.

Format:
Verwende Überschriften für jede Kategorie. Innerhalb jeder Kategorie ein Eintrag pro Zeile, sortiert nach ältestem Datum zuerst. Formatiere jede Zeile als:
[YYYY-MM-DD] - Inhalt des Eintrags hier.
Wenn kein Datum bekannt ist, verwende [unbekannt].

Ausgabe:
Packe den gesamten Export in einen einzigen Code-Block zum einfachen Kopieren. Gib danach an, ob dies der vollständige Satz ist oder ob noch weitere vorhanden sind.

Der Prompt sortiert alles übersichtlich in Kategorien: Anweisungen, Identität, Karriere, Projekte, Präferenzen. Mit Datum und allem drum und dran.

Tipp: Kopiere den Code-Block, den ChatGPT dir ausgibt, und speichere ihn als Textdatei ab (z.B. meine-ki-erinnerungen.txt). Das ist dein Backup.


Anthropic hat ein eigenes Import-Feature gebaut:

  1. Geh auf claude.com/import-memory
  2. Füge den exportierten Text ein
  3. Klicke auf Importieren

Wichtig: Es dauert ca. 24 Stunden, bis Claude die Memories vollständig verarbeitet hat. Das Feature ist noch experimentell — nicht alles wird immer perfekt übernommen.


Die exportierten Erinnerungen funktionieren nicht nur mit Claude. Du kannst sie in jedes KI-Tool laden:

  • Gemini: Starte einen neuen Chat und füge den Export als Kontext ein
  • Perplexity: Nutze den Export in deinem Profil oder als Kontext
  • Lokale Modelle (z.B. via Ollama): Lade die Textdatei als System-Prompt oder Kontext
  • Andere Chatbots: Einfach den Text am Anfang eines Gesprächs einfügen — "Das bin ich, das sind meine Präferenzen"

Unabhängig davon, ob du wechseln willst oder nicht: Exportiere deine Daten. Jetzt. Aus jedem Tool.

So geht der Datenexport bei den großen Anbietern:

  • ChatGPT: Einstellungen → Datenexport anfordern (ZIP mit allen Chats)
  • Claude: Einstellungen → Export anfordern
  • Gemini: Google Takeout → Gemini auswählen

Die Kernidee: Speichere deinen Kontext als Dateien, nicht nur in Tools.

Wenn du deine Erinnerungen, Anweisungen und Präferenzen als lokale Textdateien hast, bist du nie mehr an ein einzelnes Tool gebunden. Du kannst:

  • Jederzeit zu einem neuen KI-Tool wechseln
  • Mehrere Tools parallel nutzen, alle mit dem gleichen Kontext
  • Deine Daten behalten, selbst wenn ein Anbieter seinen Service ändert oder einstellt

Dein Wissen gehört dir. Nicht dem Tool.

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